Allgemeines zum Thema pAVK

Was ist eine pAVK?

In Deutschland leiden rund 4,5 Millionen Menschen (Stand 2023) an der auch als Schaufensterkrankheit bezeichneten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), wobei die Häufigkeit mit steigendem Alter zunimmt. Diese chronische Durchblutungsstörung tritt meist in der unteren Extremität auf und ist in etwa 95 % der Fälle eine Folgeerkrankung der Arteriosklerose. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber ihr Fortschreiten aufzuhalten.

 

Wie äußert sich eine pAVK?

Eine pAVK verläuft meist schleichend, je nachdem wie stark und schnell sich die Gefäße verengen und der Blutfluss eingeschränkt wird. Die Art und der Schweregrad der pAVK werden mithilfe der Fontaine-Klassifikation in 4 Stadien unterteilt.

Stadium I: Der Patient gilt als beschwerdefrei. Anfängliche Symptome, wie kalte Füße oder Hautveränderungen, blasse Haut oder schlecht heilende Wunden, werden nicht als Anzeichen wahrgenommen, sodass die Diagnose hier meist zufällig erfolgt. 

Stadium II: Betroffene werden auf die pAVK aufmerksam. Die unterhalb der Verengung liegenden Muskeln schmerzen aufgrund der Mangelversorgung mit Sauerstoff bei Belastung krampfartig, zum Beispiel beim Gehen. Es kann ein zeitweises Hinken (Claudicatio intermittens) auftreten. Im Ruhezustand verschwinden die Schmerzen wieder. Zudem können funktionelle Einschränkungen des Gangs aufgrund einer Schwäche der Fußheber- und Wadenmuskulatur auftreten. Je nach schmerzfreier Gehstrecke (>/< 200 m) wird das Stadium in a und b aufgeteilt.

Stadium III: Die Durchblutung ist so stark vermindert, dass die typischen Schmerzen auch im Ruhezustand, im Liegen und nachts auftreten.

Stadium IV: Im schwersten Stadium der pAVK ist das Gewebe stark beschädigt. Es treten schlecht abheilende Geschwüre auf und es kann zu lebensbedrohlichen Infektionen kommen. Bei einem vollständigen Verschluss stirbt das Gewebe komplett ab, es kommt zur Nekrose.

Aufgrund zunehmender, schmerzender Belastung bewegen sich Betroffene weniger und leiden folglich an einer geschwächten Muskulatur. Die Symptome setzen zumeist in den Füßen in Form von Muskelschwund ein. Es können auch Lähmungen der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur auftreten. Eine für Stadium II typische Schwäche der Wadenmuskulatur (Plantarflexoren) und der Fußhebermuskulatur (Dorsalextensoren) führt häufig zu funktionellen Einschränkungen des Gangs, wie z. B. einem Fallfuß, und verursacht im weiteren Krankheitsverlauf große Unsicherheit beim Stehen und Gehen. Eine mangelnde Druckentlastung fördert zudem die Entstehung chronischer Wunden und führt nicht selten zu Teilfußamputationen.

 

Wie kann eine pAVK behandelt werden?

Während eine vollständige Heilung nicht möglich ist, können Therapien dazu beitragen, die Durchblutung zu fördern, Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und somit die Lebensdauer zu verlängern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Da Arteriosklerose die Hauptursache für eine pAVk ist, trägt ein unvorteilhafter Lebensstil wesentlich zu ihrem Entstehen bei. Somit sollten Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Rauchen und ungesunde Ernährung vermieden werden. Bestehende Störungen wie Bluthochdruck und Diabetes sollten medikamentös eingestellt werden. Je nach Ausprägungsgrad können auch Medikamente, z.B. blutverdünnende oder gefäßaktive Mittel, oder Operationen, z. B. das Aufdehnen von verengten Gefäßen mit Kathetern und das Setzen von Stents, bis hin zu Amputationen zum Einsatz kommen. In der aktualisierten S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA), die noch 2024 erscheinen soll, sind minimalinvasive Eingriffe und Amputationen weniger häufig vorgesehen. Stattdessen wird eine konservative Therapie mit Medikamenten und Bewegung in Form von strukturiertem Gehtraining als Bestandteil der Basisbehandlung empfohlen.

Warum eine Orthese hilft

Bisherige Möglichkeiten und klassische Fehler bei der orthetischen Versorgung von Patienten mit pAVK

Leider gilt die Fertigung einer diabetesadaptierten Fußbettung ohne maßgefertigte Orthese noch immer als Goldstandard für Patienten mit einer pAVK. Der Nachteil derartiger Versorgungen ist, dass Druckspitzen zwar reduziert werden, nicht aber der Gesamtdruck, der durch das Körpergewicht auf den Fuß einwirkt. Der Druck wird lediglich umverteilt und erhöht sich somit zwangsläufig an andere Regionen des Fußes. Eine ausreichende Verringerung des Gesamtdrucks bzw. eine Druckentlastung des gesamten Fußes ist jedoch erforderlich, um die Gefahr einer Teilfußamputation zu verringern und Aspekte wie Mobilität und Lebensqualität des Patienten auf lange Sicht zu gewährleisten.

Viele Patienten mit einer pAVK entwickeln im weiteren Krankheitsverlauf eine Schwäche der Fußhebermuskulatur, die meistens mit einer einfachen Fußheberorthese versorgt wird. Eine damit einhergehende Schwäche der Wadenmuskulatur ist zwar typisch, bleibt jedoch oft unerkannt. Fußheberorthesen gleichen zwar die Schwäche der Dorsalextensoren aus, haben aber keinen Einfluss auf die Schwäche der Plantarflexoren, die eine Deaktivierung des Vorfußhebels verursachen. Unsicherheiten beim Stehen und Gehen werden mit einer einfachen Fußheberorthese nur unzureichend behoben. Deshalb ist eine gute Befundung des Patienten und eine moderne Betrachtung der Versorgungsmöglichkeiten mit einer Orthese wichtig.

Moderne Versorgungsmöglichkeiten von Patienten mit einer pAVK

Um die betroffenen Muskelgruppen zu stärken, die Gehfähigkeit zu gewährleisten und das Gleichgewicht beim Stehen und Gehen zu verbessern, sollten spätestens bei Patienten mit Stadium II Orthesen mit den passenden Orthesenfunktionen zum Einsatz kommen. Eine maßgefertigte Orthese mit vorderer Schale und rigidem Fußteil, deren Dynamik über ein Systemknöchelgelenk mit vorkomprimierten Federeinheiten realisiert wird,gibt einen Teil des gesamten auf den Fuß einwirkenden Drucks über die Orthese direkt in den Boden ab. Somit wird insgesamt weniger Druck auf den Fuß ausgeübt. Über das rigide Fußteil lässt sich zudem der bereits verringerte Druck noch weiter auf die gesamte Fußfläche verteilen. Komplettiert wird die Versorgung durch eine maßgefertigte Fußbettung, die in das Fußteil integriert werden kann.

Zusätzlich zu der Umverteilung und Reduzierung des Drucks wirkt so eine dynamische Orthesenversorgung der Muskelermüdung der Fußheber- und Wadenmuskulatur entgegen. Es ist von großem Vorteil, ein Systemgelenk der NEURO SWING Gruppe zum Bau einer Orthese einzusetzen, da die im Systemgelenk verbauten vorkomprimierten Federeinheiten nicht nur die gestörte Fußhebung ausgleichen, sondern zusätzlich den Vorfußhebel aktivieren. Die Federeinheiten sind stark genug, um dem Körpergewicht entgegenzuwirken. So wird der Körper in ein stabiles Gleichgewicht gebracht und die Unterstützungsfläche wiederhergestellt. Aufrechtes, gerades und dadurch sicheres Stehen wird ermöglicht. Das Gangbild verbessert sich deutlich und die Orthese sorgt für einen geringeren Energieverbrauch beim Gehen. Sichtbar wird dies dadurch, dass die Ferse beim Abrollen angehoben wird. Der notwendige Widerstand für beide Bewegungsrichtungen (Dorsalextension und Plantarflexion) kann über die austauschbaren Federeinheiten auf die individuelle Muskelschwäche beider Muskelgruppen unabhängig voneinander eingestellt werden.

Eine Übersicht über die verschiedenen Systemgelenke im Knie- und Knöchelbereich finden Sie hier. Die wichtigsten Funktionen des jeweiligen Systemgelenks werden in der dazugehörigen Produktbeschreibung erläutert.

In unseren Anwendergeschichten und -videos lernen Sie Patienten kennen, die bereits mit einer Orthese versorgt sind.


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