Lähmungsorthesen für die unteren Extremitäten

Bei der Planung moderner Beinorthesen für Patienten mit neurologischen Lähmungserscheinungen spielt die Lähmungskategorie eine entscheidende Rolle. Unterschieden wird zwischen

  • Lähmungen durch Erkrankungen oder Verletzungen des spinalen/peripheren Nervensystems, z. B. bei Querschnittlähmung, Spina bifida, Poliomyelitis oder Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung und
  • Lähmungen durch Erkrankungen oder Verletzungen des zentralen Nervensystems, z. B. bei Cerebralparese, Schädel-Hirn-Trauma und Multipler Sklerose.

Muskelgruppen, die die Hauptgelenke der Beine beim Stehen und Gehen sichern, funktionieren bei peripheren Lähmungen nur unzureichend. Bei spinalen Lähmungen werden sie nicht vollumfänglich mit Impulsen versorgt und bei zentralen Lähmungen mit falschen Impulsen des Gehirns angesteuert.

Bei den peripheren und spinalen Lähmungen steht oft die sicherheitsgebende Stützfunktion im Vordergrund, während bei den zentralen Lähmungen, mithilfe der Stützfunktion, physiologische Bewegungsabläufe im Gehirn neu programmiert werden sollen. Das soll die physiologische Ansteuerung der Muskeln verbessern.

Bei allen drei Lähmungskategorien entwickeln die betroffenen Patienten sehr häufig Kompensationsmechanismen, die ein atypisches Stehen und/oder Gehen zur Folge haben. Durch diese Mechanismen wird muskulär verlorengegangene Sicherheit beim Stehen oder Gehen kompensiert. Die Patienten haben Angst zu stürzen und nutzen diese Bewegungsmuster, um an alltäglichen Dingen im Leben teilnehmen zu können, ohne zu Fallen. Dies resultiert zwangsläufig in einer erhöhten Abnutzung der Gelenke, Rückenschmerzen und anderen Beschwerden.

Einige häufig zu beobachtende Beispiele verdeutlichen das:

  • Ein Mensch mit voll funktionsfähigen Muskeln nutzt die volle Länge seiner Füße zur Vergrößerung der Standfläche, wodurch er beim Stehen im stabilen Gleichgewicht bleibt. Die dabei auftretenden Hebelkräfte werden insbesondere mithilfe des Vorfußhebels in Kombination mit der Wadenmuskulatur realisiert. Bei Menschen mit eingeschränkter Funktion der Wadenmuskulatur kann beim Stehen beobachten werden, dass diese sich häufig mit sichtbarer Oberkörpervorneigung auf Gehstützen oder Ähnlichem abstützen. Dadurch wird die Unterstützungsfläche am Boden künstlich vergrößert. Für diese Patienten ist das notwendig, weil deren Muskulatur den zum Stehen erforderlichen Vorfußhebel nicht aktiveren kann.
  • Beim Gehen beobachtet man bei vielen Patienten mit Lähmungen, dass sie ihre Füße nach innen rotieren, um das Knie vor den kinematischen Kräften zu schützen, die in Gehrichtung wirken und das Knie zum Einknicken bringen würden.
  • Manche Patienten überstrecken das Knie ihres gelähmten Beines beim Stehen und/oder Gehen, um das Knie vor dem Einknicken in Beugerichtung zu schützen.

Insbesondere bei zentralen Lähmungen werden solche Kompensationsmechanismen häufig passiv in Form von Spastiken hervorgerufen. Das Gehirn gibt in diesen Fällen unbewusst den Impuls für eine übertriebene Sicherheitsmaßnahme und zwar in dem Moment, wenn ein Signal des Sicherheitsbedürfnisses gesendet wird.


×

Technische Cookies

Name Zweck Speicherdauer Anbieter Typ
fe_typo_user Dieser Cookie ist ein Standard-Session-Cookie von TYPO3. Er speichert die eingegebenen Zugangsdaten bei einem Benutzer-Login für einen geschlossenen Bereich. Dauer der Sitzung TYPO3 Association, Sihlbruggstrasse 105, 6340 Baar, Schweiz HTTP
rc::c unterscheidet zwischen Menschen und Bots Dauer der Sitzung Google Ireland Limited, Google Building Gordon House, 4 Barrow St, Dublin, D04 E5W5, Irland HTML
×

Marketing-Cookies

Name Zweck Speicherdauer Anbieter Typ
_ga registriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten zur Nutzung der Website durch den Benutzer zu generieren 2 Jahre Google Ireland Limited, Google Building Gordon House, 4 Barrow St, Dublin, D04 E5W5, Irland HTTP
_gid registriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten zur Nutzung der Website durch den Benutzer zu generieren 1 Tag Google Ireland Limited, Google Building Gordon House, 4 Barrow St, Dublin, D04 E5W5, Irland HTTP
_gat Der _gat_UA-Cookie enthält zusätzlich die Identitätsnummer (_gat_ <***>) des Google-Analytics-Kontos oder der Website, auf die sich der Cookie bezieht. 1 Tag Google Ireland Limited, Google Building Gordon House, 4 Barrow St, Dublin, D04 E5W5, Irland HTTP
_gcl_au wird von Google AdSense für Werbeeffizenz auf Webseiten verwendet 3 Monate Google Ireland Limited, Google Building Gordon House, 4 Barrow St, Dublin, D04 E5W5, Irland HTTP
r/collect sendet Daten über das Gerät und das Verhalten des Benutzers an Google Analytics Dauer der Sitzung Google Ireland Limited, Google Building Gordon House, 4 Barrow St, Dublin, D04 E5W5, Irland Pixel