„15 Millionen Menschen erleiden pro Jahr einen Schlaganfall“

Krankheitsbild Apoplexie

Ein Schlaganfall wird auch Apoplexie, Apoplex, Hirnschlag oder Stroke genannt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erleiden jährlich rund 15 Millionen Menschen weltweit einen Schlaganfall. Je schneller ein Schlaganfall erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Chance, langfristige Schäden zu vermeiden.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. Das Gehirn wird länger als 24 Stunden unterversorgt, sodass Zellen absterben können. Betroffene Bereiche des Gehirns können ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen.

Es gibt zwei wesentliche Arten von Schlaganfall:

Ischämischer Schlaganfall (häufigste Art des Schlaganfalles)

Minderdurchblutung und somit Unterversorgung eines Bereiches

Hämorrhagischer Infarkt/Insult

Akute Hirnblutung, wodurch Bereiche unterversorgt werden, da das Blut in umliegendes Gewebe fließt

Schlaganfall erkennen mit dem FAST-Test

Mit dem FAST- Test (engl. Face, Arms, Speech, Time) kann man den Verdacht auf Schlaganfall schnell überprüfen.

F (Face/Gesicht) Kann die Person lächeln, ohne dass eine Gesichtshälfte sich verzieht?
A (Arms/Arme) Kann die Person beide Arme nach vorn strecken und die Handflächen nach oben drehen?
S (Speech/Sprache) Kann die Person einen einfachen Satz nachsprechen?
T (Time/Zeit) Wenn alle Symptome auftreten, verlieren Sie keine Zeit. Rufen Sie den Notruf!

Folgen eines Schlaganfalls

Je nachdem welcher Hirnbereich betroffen ist, können verschiedene Beeinträchtigungen auftreten. Manche von ihnen bleiben dauerhaft. Dazu gehören:

  • Probleme beim Sprechen
  • Sehstörungen
  • Einschränkungen der Motorik
  • Lähmung von Armen und/oder Beinen
  • Probleme beim Gehen

Was ist eine TIA?

TIA (Transitorische ischämische Attacke) ist ein sogenannter Mini-Schlaganfall. Auch hier liegt eine Durchblutungsstörung vor. Die Symptome verschwinden allerdings innerhalb von 24 Stunden wieder.
TIA gilt als Vorzeichen eines Schlaganfalles. Die Ursachen und Symptome sind gleich. Auch wenn die Beschwerden verschwinden, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen.

Warum eine Orthese hilft

Bei einem Schlaganfall können Hirnregionen geschädigt werden, welche für die menschliche Haltung und Bewegung verantwortlich sind. Betroffene können nach einem Schlaganfall beispielweise nicht mehr stehen und gehen wie bisher. Sie entwickeln ein sogenanntes pathologisches (krankhaftes) Gangbild.

Das veränderte, krankhafte Gangbild hat Auswirkungen auf den ganzen Körper:

  • Muskeln werden nicht mehr genug beansprucht
  • Fehlhaltungen entstehen
  • Balanceprobleme
  • Unsicherheit beim Gehen und Stehen

Beeinträchtigungen, die durch einen Schlaganfall entstanden sind, können mithilfe einer Orthese gemindert oder beseitigt werden. Zusammen mit einer Physio-/Ergotherapie kann man ein Gangbild erreichen, mit dem man sich wortwörtlich wieder sicher auf den Beinen fühlt. Nicht mehr zu stolpern oder im schlimmsten Fall hinzufallen, gibt Sicherheit und Selbstvertrauen.

Die Orthese wirkt auf verschiedenen Ebenen:

  • Aktivierung der Muskeln
  • Anhebung des Fußes
  • Stabilisierung von Fuß und Bein

Versorgungskonzept Apolexie

„Ein Konzept zur orthetischen Versorgung der unteren Extremität nach einem Schlaganfall“, kurz Apoplexie-Handbuch, beinhaltet verschiedene orthetische Versorgungsvorschläge zu den unterschiedlichen Gangtypen nach einem Schlaganfall.

Grundlage zur Einteilung der Gangtypen ist die N.A.P. Gait Classification®. Diese wurde von Physiotherapeuten und Fachleuten aus der Orthopädietechnik sowie Medizin entwickelt, um eine fachübergreifende Kommunikation und Therapiefindung zu erleichtern. Empfehlungen zur Orthese sowie die Wirkungsweise und der Unterschied zu bisherigen Versorgungsmöglichkeiten werden im Handbuch beschrieben.


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