Marcus mit AFO

Anwendergeschichte Marcus Brott

trägt eine Orthese mit NEURO SWING oder wasserfestem NEURO SWING H2O Systemknöchelgelenk

Steckbrief

  • gelernte Fachkraft für Altenpflege
  • heute Dozent für Pflege
  • Wismaraner Nordlicht
  • Festival-Fan
  • erste Orthese an Weihnachten 2014

Karten für das Boom Festival in Portugal zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Marcus hat es geschafft. Marcus hat so einiges geschafft. Denn vor ein paar Jahren musste er alles neu erlernen: Schlucken, Essen, Laufen, Anziehen, Schreiben.
Im jungen Alter von 26 Jahren erleidet Marcus einen Schlaganfall. Er erkennt die Symptome sofort und ruft selbst den Rettungswagen. Seine Sprache ist bereits undeutlich, sodass er mehrmals erklären muss, dass es sich um einen Notfall und nicht um Trunkenheit handelt. Im Rettungswagen fällt er dann in Ohnmacht. Bis dahin weiß noch keiner der Freunde oder Familie, was mit Marcus passiert ist. Erst am nächsten Morgen, als Marcus nicht zur Arbeit erscheint, geht die Suche los.

Es folgen mehrere Monate Rehabilitation, viele Tiefpunkte und natürlich auch Lichtblicke. Die meisten Lichtblicke realisiert Marcus aber erst im Nachhinein. Ergotherapie und Physiotherapie zeigen ihre Erfolge, doch eine Orthese ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Sicht. Während der Reha lernt er den heutigen Inhaber seines Sanitätshauses kennen. Der ist allerdings selbst Dienstleister in der Reha-Klinik und es kommt kein weiterer Kontakt zustande. Sehr viel später trifft Marcus ihn auf einem Stadtfest wieder. Sie kommen ins Gespräch und seitdem wird Marcus durch sein Sanitätshaus orthetisch versorgt.

"Manchmal muss einem im Leben erstmal was passieren, um gewisse Sachen wieder anders wert zu schätzen."

Marcus kann aufgrund der Lähmung seinen Fuß nicht richtig heben. Durch die Fußheberschwäche geht er schlecht und droht oft hinzufallen. Er erhält eine einfache, konfektionierte Fußheberorthese aus Carbon. Schnell stellt man fest, dass sie für Marcus Bedürfnisse nicht ausreicht. Zwei Monate später, zu Weihnachten, erhält er dann seine erste maßgefertigte Orthese. Er soll sich Zuhause erst einmal mit ihr vertraut machen und auf sicherem Terrain einlaufen. Marcus sagt, er hat ca. zwei Monate gebraucht, bis er sicher mit der Orthese laufen konnte. Heute trägt er sie von morgens bis abends, auf Festivals, bei der Arbeit und im Urlaub. Ohne Orthese geht er nicht mehr vor die Tür.

Besonders schlimm findet Marcus, dass er so jung seinem Beruf nicht mehr nachkommen kann. Er hat sich seinerzeit mit Leib und Seele für die Altenpflege entschieden und war vor seiner Erkrankung als Pflegedienstleitung für ein ganzes Team verantwortlich. Jetzt, mit nicht mal 30 Jahren, soll seine berufliche Zukunft schon vorbei sein? Auch hier ergibt sich durch sein altes Netzwerk und etwas Zufall eine neue Option. Marcus wird gefragt, ob er sich vorstellen kann, als Dozent für Altenpflege zu arbeiten und so seine Erfahrung und Leidenschaft für den Beruf weiterzugeben. Seit diesem Zeitpunkt ist Marcus als Dozent tätig. In diesem Jahr fährt er mit seinen Freunden nach Portugal. Er probiert ein neues Orthesengelenk aus, was er auch auf schlammigem Gelände tragen kann. Denn einschränken lässt Marcus sich nicht, eher das Gegenteil ist der Fall.