Patientenanamnese

Patientenanamnese

für die orthetische Versorgung der unteren Extremität

Eine individuelle AFO, KAFO oder KO wird ausschließlich für ihren Anwender gefertigt. Körpermaße und Muskelstatus sind Beispiele für patientenbezogene Daten, die bei der Anamnese ermittelt werden. Die Vielzahl und die Genauigkeit der erhobenen Daten wirken sich nachhaltig auf die Orthese aus.

Im Online-Tutorial zur Patientenanamnese haben wir alle relevanten Schritte dargestellt. Nutzen Sie zum Notieren der Daten das Versorgungsformular. Dieses dient als Grundlage für den Orthesen-Konfigurator und die Kommunikation mit unserem Technischen Support.

 Körpergewicht und -größe

Schritt 1/2

Körpergewicht
Ermitteln Sie das Körpergewicht. Absehbare Veränderungen, wie eine wachstumsbedingte Gewichtszunahme, sollten berücksichtigt werden.

Schritt 2/2

Körpergröße
Ermitteln Sie die Körpergröße. Absehbare Veränderungen, wie eine wachstumsbedingte Größenänderung, sollten berücksichtigt werden.

 Bewegungsfreiheit des OSG

Schritt 1/7

Schuhsprengung und Höhenausgleich
Ermitteln Sie die Sprengung x des Schuhes (Differenz zwischen Absatzhöhe A und Sohlendicke B im Ballenbereich). Messen Sie A und B und wenden Sie die Formel x = A – B an. Übertragen Sie danach die ermittelte Sprengung auf das h-Cast.

Schritt 2/7

Beinlängen-/Höhenausgleich
Der Patient steht auf dem h-Cast. Prüfen Sie, ob der Patient im Lot steht, beispielsweise mit Hilfe eines Laser-Lots. Das Lot sollte vom 7. Halswirbel (C7) durch die Gesäßspalte und die Mitte der Unterstützungsfläche beider Füße fallen. Ist das nicht der Fall, benötigt der Patient einen Höhenausgleich (z. B. aufgrund einer einseitigen Kontraktur). Ermitteln Sie diesen (siehe C bei Schritt 1) und übertragen Sie ihn auf das h-Cast. Prüfen Sie das Ergebnis.

Schritt 3/7

Schuhgröße
Ermitteln Sie die Schuhgröße (S1). Sollten die Füße unterschiedlich lang sein, notieren Sie die größere Schuhgröße.

Schritt 4/7

Längenunterschied
Positionieren Sie den Patienten auf zwei h-Casts. Achten Sie auf die korrekte Position des Lots. Es sollte von posterior vom 7. Halswirbel (C7) durch den Rima ani bis in die Mitte der Unterstützungsfläche beider Füße fallen und von sagittal vom Ohr über den Trochanter major bis in die vordere Hälfte zwischen funktioneller Abrolllinie A und Fersenkipphebel B.

Schritt 5/7

Längenunterschied
Ermitteln Sie den Längenunterschied L. Messen Sie S1 und S2 und wenden Sie die Formel L = S1 – S2 an. Notieren Sie den Längenunterschied L, um ihn in späteren Arbeitsschritten ausgleichen zu können.
Wichtig! Für eine symmetrische Schrittlänge sollten beidseitig gleiche Hebelverhältnisse vorherrschen. Dafür müssen bei einer funktionellen Verkürzung (z. B. aufgrund eines Höhenausgleichs) die Position der Abrolllinie und der Fersenkipphebel angepasst werden. 

Schritt 6/7

Bewegungsfreiheit des OSG in Dorsalextension
Die Bewegungsfreiheit im OSG wird aus der individuellen Grundstellung heraus gemessen. Stellen Sie den Patienten unter Berücksichtigung des Beinlängen-/Höhenausgleichs und der Schuhsprengung auf das h-Cast.
Messen Sie ausgehend von der individuellen Grundstellung die Bewegungsfreiheit des oberen Sprunggelenkes in Dorsalextension.

Schritt 7/7

Bewegungsfreiheit des OSG in Plantarflexion
Die Bewegungsfreiheit im OSG wird aus der individuellen Grundstellung heraus gemessen. Stellen Sie den Patienten unter Berücksichtigung des Beinlängen-/Höhenausgleichs und der Schuhsprengung auf das h-Cast.

Messen Sie ausgehend von der individuellen Grundstellung die Bewegungsfreiheit des oberen Sprunggelenkes in Plantarflexion.

 Gelenkwinkel

Schritt 1/6

Fehlstellungen
Der Patient steht auf dem h-Cast. Stellen Sie fest, in welche Richtung die Beinachse gegebenenfalls aus der Neutral-Null-Stellung abweicht.

Schritt 2/6

Varusfehlstellung – maximal und korrigiert
Liegt eine Abweichung in Varus vor, korrigieren Sie diese soweit wie möglich und ermitteln Sie den Wert der korrigierten Varusfehlstellung. Ist die Fehlstellung nicht korrigierbar, empfehlen wir, das Feld im Versorgungsformular dennoch zur Dokumentation des ermittelten Wertes zu nutzen. Ermitteln Sie anschließend im unbelasteten Zustand die maximale Varusfehlstellung. Stimmen die Werte überein, liegt eine Fehlstellung, jedoch keine Instabilität vor.

Schritt 3/6

Valgusfehlstellung – maximal und korrigiert
Liegt eine Abweichung in Valgus vor, korrigieren Sie diese soweit wie möglich und ermitteln sie den Wert der korrigierten Valgusfehlstellung. Ist die Fehlstellung nicht korrigierbar, empfehlen wir, das Feld im Versorgungsformular dennoch zur Dokumentation des ermittelten Wertes zu nutzen. Ermitteln Sie anschließend im unbelasteten Zustand die maximale Valgusfehlstellung. Stimmen die Werte überein, liegt eine Fehlstellung, jedoch keine Instabilität vor.

Schritt 4/6

Hyperextension – maximal und korrigiert
Messen Sie die maximale Hyperextension im Knie. Korrigieren Sie diese Stellung, wenn möglich, sodass ein physiologischer Kniewinkel erreicht wird. Aufgrund patientenspezifischer Gegebenheiten kann dieser in manchen Fällen nicht erreicht werden. Ermitteln Sie in jedem Fall die korrigierte Hyperextension (z. B. 4°). Alle Werte, die in Flexionsrichtung über 0° liegen (z. B. 4° Flexion), stellen eine Aufhebung der Hyperextension dar und werden als 0° notiert.

Schritt 5/6

Extensionslimitierung der Hüfte
Wenden Sie den Thomas-Handgriff an, um die Extensionslimitierung der Hüfte zu ermitteln. Der Patient liegt auf dem Rücken. Legen Sie eine Hand unter die Lendenwirbel, um die Entlordosierung der Lendenwirbelsäule zu prüfen. Bringen Sie das nicht zu testende Bein mit angewinkeltem Knie in die Hüftbeugung. Auf der zu testenden Seite wird der Hüftflexionswinkel gemessen. Beachten Sie, dass die ermittelte Extensionslimitierung der Hüfte die individuelle Grundstellung in der Sagittalebene beeinflussen kann.

Schritt 6/6

Extensionslimitierung des Knies
Der Patient steht auf dem h-Cast. Stellen sie es entsprechend ein, um alle Einflussfaktoren, wie die Extensionslimitierung der Hüfte, zu berücksichtigen. Messen Sie den Kniewinkel. Dieser weicht vom physiologischen Winkel ab, wenn eine Extensionslimitierung in Knie und/oder Hüfte besteht. Auch Schmerzen können zu einer Abweichung führen.

 Muskelstatus – Fuß

Schritt 1/10

Schritt 2/10

Dorsalextension – Muskelstatus 5 und 4
Der Patient liegt auf dem Bauch, der Fuß des zu testenden Beines ragt über die Liegenkante. Fixieren Sie mit einer Hand den Unterschenkel, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Drücken Sie mit der anderen Hand gegen den Fußrücken. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Dorsalextension bringen. Bei voller Kraftentfaltung gegen starken Widerstand ist der Muskelstatus 5. Bei Kraftentfaltung gegen leichten Widerstand ist der Muskelstatus 4.

Schritt 3/10

Dorsalextension – Muskelstatus 3
Der Patient sitzt, die Unterschenkel hängen über die Liegenkante herab. Fixieren Sie mit einer Hand den Unterschenkel, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Dorsalextension bringen. Bei Kraftentfaltung gegen die Schwerkraft ist der Muskelstatus 3.

Schritt 4/10

Dorsalextension – Muskelstatus 2
Der Patient liegt auf der Seite des zu testenden Beines. Legen Sie eine Hand unter den Fuß, sodass dieser nicht mehr auf der Liege ruht. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Dorsalextension bringen. Bei Kraftentfaltung ohne Einwirkung der Schwerkraft ist der Muskelstatus 2.

Schritt 5/10

Dorsalextension – Muskelstatus 1 und 0
Der Patient liegt auf der Seite des zu testenden Beines. Legen Sie eine Hand unter den Fuß, sodass dieser nicht mehr auf der Liege ruht. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Dorsalextension bringen. Palpieren Sie, ob Muskelaktivität vorhanden ist. Bei sicht-/tastbarer Muskelaktivität mit unvollständigem Bewegungsausmaß ist der Muskelstatus 1. Bei fehlender Kontraktion liegt eine komplette Lähmung vor und der Muskelstatus ist 0.

Schritt 6/10

Schritt 7/10

Plantarflexion – Muskelstatus 5 und 4
Der Patient liegt auf dem Bauch, der Fuß des zu testenden Beines ragt über die Liegenkante. Fixieren Sie mit einer Hand den Unterschenkel, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Drücken Sie mit der anderen Hand von unten gegen den Vorfuß. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Plantarflexion bringen. Bei voller Kraftentfaltung gegen starken Widerstand ist der Muskelstatus 5. Bei Kraftentfaltung gegen leichten Widerstand ist der Muskelstatus 4.

Schritt 8/10

Plantarflexion – Muskelstatus 3
Der Patient liegt auf dem Bauch, das zu testende Bein ist flektiert. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Plantarflexion bringen. Bei Kraftentfaltung gegen die Schwerkraft ist der Muskelstatus 3.

Schritt 9/10

Plantarflexion – Muskelstatus 2
Der Patient liegt auf der Seite des zu testenden Beines. Legen Sie eine Hand unter den Fuß, sodass dieser nicht mehr auf der Liege ruht. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Plantarflexion bringen. Bei Kraftentfaltung ohne Einwirkung der Schwerkraft ist der Muskelstatus 2.

Schritt 10/10

Plantarflexion – Muskelstatus 1 und 0
Der Patient liegt auf der Seite des zu testenden Beines. Legen Sie eine Hand unter den Fuß, sodass dieser nicht mehr auf der Liege ruht. Lassen Sie den Patienten den Fuß in Plantarflexion bringen. Palpieren Sie, ob Muskelaktivität vorhanden ist. Bei sicht-/tastbarer Muskelaktivität mit unvollständigem Bewegungsausmaß ist der Muskelstatus 1. Bei fehlender Kontraktion liegt eine komplette Lähmung vor und der Muskelstatus ist 0.

 Muskelstatus – Knie

Schritt 1/10

Schritt 2/10

Knieextension – Muskelstatus 5 und 4
Der Patient sitzt, die Unterschenkel hängen über die Liegenkante herab. Fixieren Sie mit einer Hand den Oberschenkel, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Drücken Sie mit der anderen Hand oberhalb des Fußes gegen den Unterschenkel. Lassen Sie den Patienten das Knie in Extension bringen. Bei voller Kraftentfaltung gegen starken Widerstand ist der Muskelstatus 5. Bei Kraftentfaltung gegen leichten Widerstand ist der Muskelstatus 4.

Schritt 3/10

Knieextension – Muskelstatus 3
Der Patient sitzt, die Unterschenkel hängen über die Liegenkante herab. Fixieren Sie mit einer Hand den Oberschenkel, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Lassen Sie den Patienten das Knie in Extension bringen. Bei Kraftentfaltung gegen die Schwerkraft ist der Muskelstatus 3.

Schritt 4/10

Knieextension – Muskelstatus 2
Der Patient liegt auf der Seite des nicht zu testenden Beines. Unterstützen und heben Sie das obenliegende Bein. Fixieren Sie mit der anderen Hand das Becken, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Das zu testende Bein ist leicht flektiert. Lassen Sie den Patienten das Knie in Extension bringen. Bei Kraftentfaltung ohne Einwirkung der Schwerkraft ist der Muskelstatus 2.

Schritt 5/10

Knieextension – Muskelstatus 1 und 0
Der Patient liegt auf dem Rücken, das zu testende Bein ist in der Hüfte und im Knie leicht flektiert. Das andere Bein bleibt gestreckt. Lassen Sie den Patienten das Knie in Extension bringen. Palpieren Sie, ob Muskelaktivität vorhanden ist. Bei sicht-/tastbarer Muskelaktivität mit unvollständigem Bewegungsausmaß ist der Muskelstatus 1. Bei fehlender Kontraktion liegt eine komplette Lähmung vor und der Muskelstatus ist 0.

Schritt 6/10

Schritt 7/10

Knieflexion – Muskelstatus 5 und 4
Der Patient liegt auf dem Bauch, der eine Fuß ragt über die Liegenkante hinaus und das zu testende Bein ist flektiert. Fixieren Sie mit einer Hand den Oberschenkel, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Drücken Sie mit der anderen Hand fußnah gegen den Unterschenkel. Lassen Sie den Patienten das Knie in Flexion bringen. Bei voller Kraftentfaltung gegen starken Widerstand ist der Muskelstatus 5. Bei Kraftentfaltung gegen leichten Widerstand ist der Muskelstatus 4.

Schritt 8/10

Knieflexion – Muskelstatus 3
Der Patient liegt auf dem Bauch, der eine Fuß ragt über die Liegenkante hinaus und das zu testende Bein ist flektiert. Fixieren Sie mit einer Hand den Oberschenkel, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Lassen Sie den Patienten das Knie in Flexion bringen. Bei Kraftentfaltung gegen die Schwerkraft ist der Muskelstatus 3.

Schritt 9/10

Knieflexion – Muskelstatus 2
Der Patient liegt auf der Seite des nicht zu testenden Beines und das obere Bein ist leicht flektiert. Unterstützen und heben Sie das obenliegende Bein. Fixieren Sie mit der anderen Hand das Becken, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Lassen Sie den Patienten das Knie in Flexion bringen. Bei Kraftentfaltung ohne Einwirkung der Schwerkraft ist der Muskelstatus 2.

Schritt 10/10

Knieflexion – Muskelstatus 1 und 0
Der Patient liegt auf dem Bauch, der eine Fuß ragt über die Liegenkante hinaus und das zu testende Bein ist leicht flektiert. Unterstützen Sie mit einer Hand das flektierte Bein. Lassen Sie den Patienten das Knie in Flexion bringen. Palpieren Sie mit der freien Hand, ob Muskelaktivität vorhanden ist. Bei sicht-/tastbarer Muskelaktivität mit unvollständigem Bewegungsausmaß ist der Muskelstatus 1. Bei fehlender Kontraktion liegt eine komplette Lähmung vor und der Muskelstatus ist 0.

 Muskelstatus – Hüfte

Schritt 1/10

Schritt 2/10

Hüftflexion – Muskelstatus 5 und 4
Der Patient liegt auf dem Rücken, die Unterschenkel hängen über die Liegenkante. Fixieren Sie mit einer Hand das Becken, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Drücken Sie mit der anderen Hand knienah gegen den Oberschenkel. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Flexion bringen. Bei voller Kraftentfaltung gegen starken Widerstand ist der Muskelstatus 5. Bei Kraftentfaltung gegen leichten Widerstand ist der Muskelstatus 4.

Schritt 3/10

Hüftflexion – Muskelstatus 3
Der Patient liegt auf dem Rücken, die Unterschenkel hängen über die Liegenkante. Fixieren Sie mit einer Hand das Becken, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Flexion bringen. Bei Kraftentfaltung gegen die Schwerkraft ist der Muskelstatus 3.

Schritt 4/10

Hüftflexion – Muskelstatus 2
Der Patient liegt auf der Seite des nicht zu testenden Beines, das zu testende Bein ist in der Hüfte und im Knie leicht flektiert. Unterstützen und heben Sie mit einer Hand das obenliegende Bein. Fixieren Sie mit der anderen Hand das Becken, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Flexion bringen. Bei Kraftentfaltung ohne Einwirkung der Schwerkraft ist der Muskelstatus 2.

Schritt 5/10

Hüftflexion – Muskelstatus 1 und 0
Der Patient liegt auf dem Rücken, Hüfte und Knie sind leicht flektiert. Unterstützen Sie mit einer Hand das flektierte Knie. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Flexion bringen. Palpieren Sie mit der freien Hand, ob Muskelaktivität vorhanden ist. Bei sicht-/tastbarer Muskelaktivität mit unvollständigem Bewegungsausmaß ist der Muskelstatus 1. Bei fehlender Kontraktion liegt eine komplette Lähmung vor und der Muskelstatus ist 0.

Schritt 6/10

Schritt 7/10

Hüftextension – Muskelstatus 5 und 4
Der Patient liegt auf dem Bauch, die Füße ragen über die Liege hinaus. Drücken Sie mit der Hand knienah gegen den Oberschenkel. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Extension bringen. Achten Sie darauf, dass das Becken auf der Liege bleibt. Bei voller Kraftentfaltung gegen starken Widerstand ist der Muskelstatus 5. Bei Kraftentfaltung gegen leichten Widerstand ist der Muskelstatus 4.

Schritt 8/10

Hüftextension – Muskelstatus 3
Der Patient liegt auf dem Bauch, die Füße ragen über die Liege hinaus. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Extension bringen. Achten Sie darauf, dass das Becken auf der Liege bleibt. Bei Kraftentfaltung gegen die Schwerkraft ist der Muskelstatus 3.

Schritt 9/10

Hüftextension – Muskelstatus 2
Der Patient liegt auf der Seite des nicht zu testenden Beines und das obere Bein ist leicht flektiert. Unterstützen und heben Sie mit einer Hand das obenliegende Bein. Fixieren Sie mit der anderen Hand das Becken, ohne die Muskelfunktion einzuschränken. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Extension bringen. Bei Kraftentfaltung ohne Einwirkung der Schwerkraft ist der Muskelstatus 2.

Schritt 10/10

Hüftextension – Muskelstatus 1 und 0
Der Patient liegt auf dem Bauch. Lassen Sie den Patienten die Hüfte in Extension bringen. Palpieren Sie, ob Muskelaktivität vorhanden ist. Bei sicht-/tastbarer Muskelaktivität mit unvollständigem Bewegungsausmaß ist der Muskelstatus 1. Bei fehlender Kontraktion liegt eine komplette Lähmung vor und der Muskelstatus ist 0.

 Aktivität

Schritt 1/5

Aktivität
Bewerten Sie zusammen mit Ihrem Patienten dessen Aktivitätsgrad und berücksichtigen Sie dabei absehbare Veränderungen.

Schritt 2/5

1. Innenbereichsgeher
Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, eine Orthese für Transferzwecke oder zur Fortbewegung auf ebenem Boden, mit geringer Gehgeschwindigkeit zu nutzen. Gehdauer und Gehstrecke sind aufgrund seines Zustandes stark limitiert.

Schritt 3/5

2. Eingeschränkter Außenbereichsgeher
Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, sich mit einer Orthese mit geringer Gehgeschwindigkeit fortzubewegen und dabei niedrige Umwelthindernisse wie Bordsteine, einzelne Stufen oder unebene Böden zu überwinden.

Schritt 4/5

3. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher
Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, sich mit einer Orthese mit mittlerer bis hoher, auch veränderlicher Gehgeschwindigkeit fortzubewegen und dabei die meisten Umwelthindernisse zu überwinden. Er besitzt außerdem die Fähigkeit, sich im freien Gelände zu bewegen und kann berufliche, therapeutische und andere Aktivitäten ausüben, welche die Orthese nicht überdurchschnittlicher, mechanischer Beanspruchung aussetzen.

Schritt 5/5

4. Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen
Der Patient besitzt die Fähigkeit oder das Potenzial, sich mit einer Orthese wie der uneingeschränkte Außenbereichsgeher fortzubewegen. Zusätzlich können aufgrund der hohen funktionellen Anforderungen hohe Stoßbelastungen, Spannungen oder Verformungen auftreten. Dies tritt typischerweise bei Kindern und Sportlern auf.

 ap-Maß

Schritt 1/1

ap-Maß auf Kniehöhe
Ermitteln Sie das ap-Maß mit einem Messschieber. Messen Sie am leicht flektierten, muskulär entspannten Knie. Messen Sie von der Beugefalte aus im rechten Winkel zur Unterschenkellängsachse und parallel zur Bewegungsrichtung.
Hinweis: Um Messfehler zu vermeiden, orientieren Sie sich beim Ermitteln des ap-Maßes nicht an der Patella, da die Position (z. B. bei Luxationen, TEPs und Patellahochstand) variieren kann.