Gipspositiv-Modellierung KAFO

Nach der Erstellung des Gipspositivs erfolgt die Modellierung. Die Modellierung des Kantenverlaufes ist die Vorbereitung für eine optimale Passform sowie eine harmonische Optik der entstehenden KAFO.

 Arbeitsbasis herstellen

Schritt 1/2

Nach der Erstellung des Gipspositivs empfehlen wir die Gipspositiv-Modellierung. In den folgenden Arbeitsschritten zeigen wir die Modellierung anhand einer KAFO.

Schritt 2/2

Stechen Sie die Gipsjustierachsen durch die zuvor markierten mechanischen Drehpunkte und befüllen Sie das Gipsnegativ mit Gips. Lassen Sie den Gips aushärten. Daraus resultiert das zu modellierende Gipspositiv, hier zu sehen mit korrekt eingestellter Absatzhöhe auf dem h-Cast.

 Fußteil verstärken

Schritt 1/3

Markieren Sie den 1. und 5. Mittelfußknochen. Ermitteln Sie zwischen diesen Markierungen die Abrollkante und zeichnen Sie sie parallel zu den mechanischen Gelenkachsen (Hilfslinie A) ein.

Schritt 2/3

Stellen Sie das Gipspositiv mit korrekter Absatzhöhe auf das h-Cast. Verstärken und verlängern Sie den Fußbereich, damit er beim späteren Armieren mehr Stabilität bietet.

Schritt 3/3

Anatomisch geformtes Gipspositiv

 Testschale fertigen

Schritt 1/3

Erwärmen Sie das Testschalenmaterial in einem Plattenofen (ca. 170 °C) oder einem Infrarotofen (ca. 150 °C). Legen Sie die erwärmte Platte um das Gipspositiv und saugen Sie sie mit einer Unterdruckanlage formschlüssig an. Sobald das Material abgekühlt ist, sägen Sie eine Testschale aus und beschleifen sie.

Schritt 2/3

Lassen Sie den Patienten die Testschale anprobieren. Die Ferse sollte gut in der Testschale sitzen, um Länge, Volumen, Gelenkmaße und -winkel überprüfen zu können. Markieren Sie ggf. die Stellen, die am Gipspositiv angepasst werden müssen. 
Hinweis: Bei Verwendung einer ventralen Schale sollten Sie außerdem ein ventrales Stück aussägen, um auch hier den Sitz zu überprüfen.

Schritt 3/3

Fixieren Sie den Unterschenkel in der Testschale und bringen das Bein in maximale Extension, um zu prüfen, ob eine Extension über die durch die KAFO festgelegte Stellung hinaus möglich ist. Dies ist vor allem für die einwandfreie Funktion von automatischen Kniegelenksystemen wichtig.
Hinweis: Achten Sie darauf, dass der Patient nicht auf der Testschale sitzt!

 Montage-/Gießdummys anbringen

Schritt 1/8

Montieren Sie die Systemgelenke mithilfe der Montage-/Gießdummys entsprechend der Explosionsgrafiken auf die Grundträger im Gipspositiv.
Hinweis: Weitere Explosionsgrafiken finden Sie in unserem Produktkatalog Systemgelenke und Systemgelenkschienen.

Schritt 2/8

Orientieren Sie sich bei der Montage der Systemkniegelenke/Systemknöchelgelenke an der Mitte des Oberschenkels/ Unterschenkels und richten Sie die Systemkästen danach aus.

Schritt 3/8

Richten Sie die Systemgelenke wie zuvor festgelegt aus. Fixieren Sie die Ausrichtung, indem Sie den Grundträger mit der Gelenkaufnahme verbinden.

Schritt 4/8

Platzieren Sie das Systemkniegelenk. Halten Sie etwas Abstand zum Gipspositiv, damit später ausreichend Platz für den Polsterdummy und das Laminat zur Verfügung steht. Fixieren Sie das Systemkniegelenk mit Sekundenkleber.
Hinweis: Beachten Sie das Sicherheitsdatenblatt bei der Verwendung von Sekundenkleber.
Option bilaterale KAFO: Notieren Sie sich das medio-laterale Maß, um das Rundmaterial in den nächsten Arbeitsschritten entsprechend anpassen zu können.

Schritt 5/8

Option bilaterale KAFO: Entfernen Sie die Systemgelenke mit den Dummys und den Grundträgern aus dem Gipspositiv. Kürzen Sie das Rundmaterial und überprüfen Sie das medio-laterale Maß.

Schritt 6/8

Option bilaterale KAFO: Demontieren Sie ein Systemgelenk. Legen Sie die Grundträger auf eine ebene Fläche und lassen das noch montierte Systemgelenk über die Fläche hinausragen, um die gleichmäßige Ausrichtung der Vierkante zu überprüfen. Fixieren Sie das Rundmaterial in den Grundträgern.

Schritt 7/8

Setzen Sie das Systemgelenk mit montiertem Grundträger in das Gipspositiv und überprüfen Sie die Ausrichtung.  Fixieren Sie die Grundträger mit  Sekundenkleber.
Hinweis: Beachten Sie das Sicherheitsdatenblatt bei der Verwendung von Sekundenkleber.
Option bilaterale KAFO: Montieren Sie das zweite Systemgelenk. Achten Sie auf beiden Seiten auf einen gleichmäßigen Abstand zum Gipspositiv.

Schritt 8/8

Bei einem unilateral verbauten Systemgelenk befüllen Sie das zweite Loch (ohne Grundträger) im Gipspositiv mit Gips.
Hinweis: Stopfen Sie das Loch mit Papier aus, bevor Sie es mit Gips befüllen, um den Grundträger des Systemgelenkes später leicht entfernen zu können.

 Kantenverlauf markieren

Schritt 1/2

Markieren Sie den späteren Kantenverlauf des Fußteiles auf dem Gipspositiv. Nutzen Sie die blaue Linie für ein teilflexibles Fußteil, die grüne Linie für ein rigides Fußteil.

Schritt 2/2

Markieren Sie den Kantenverlauf der späteren KAFO auf dem Gipspositiv.

 Kantenverlauf modellieren

Schritt 1/7

Demontieren Sie die Systemgelenke. Tragen Sie um den Grundträger herum Gips auf, um scharfe Kanten und spätere mögliche Beschädigungen der Folienschläuche zu vermeiden.

Schritt 2/7

Modellieren Sie die Kanten der späteren KAFO.
Hinweis: Achten Sie darauf, die Kanten nicht zu stark auszutulpen.

Schritt 3/7

Detailansicht: modellierter Knöchelbereich des Gipspositivs

Schritt 4/7

Detailansicht: modellierter Unterschenkelbereich des Gipspositivs

Schritt 5/7

Detailansicht: modellierter Kniebereich des Gipspositivs

Schritt 6/7

Detailansicht: modellierter Oberschenkelbereich des Gipspositivs

Schritt 7/7

Fertig modelliertes Gipspositiv
Ansicht: lateral, anterior, medial, posterior

 Polsterdummy anbringen

Schritt 1/4

Erwärmen Sie den Polsterdummy auf ca. 130 °C und ziehen ihn über das Gipspositiv. Schneiden Sie den Polsterdummy entsprechend zu und entfernen ihn danach vom Gipspositiv.
Hinweis: Verwenden Sie ein Material mit einer ausreichend hohen Shore-Härte, damit die Orthese später nicht zu eng am Bein sitzt.

Schritt 2/4

Beschleifen Sie den Polsterdummy und fixieren Sie ihn danach mithilfe eines Tackers am Gipspositiv.

Schritt 3/4

Detailansicht: Gelenkaufnahme im Gipspositiv

Schritt 4/4

Modelliertes Gipspositiv mit Polsterdummy

 Aufbau der Orthese

Schritt 1/1

Der Aufbau der Orthese erfolgt auf Grundlage der individuellen, gangspezifischen Grundstellung des Patienten. Dies resultiert in einem möglichst physiologischen Gangbild in mid stance.