rigides Fußteil

rigides Fußteil

Das rigide (steife) Fußteil verläuft von der Ferse bis zu den Zehenspitzen. Je nach Anforderung des Patienten an die Orthese kann ein rigides Fußteil erforderlich sein. Die biomechanischen Grundlagen dienen als Anhaltspunkt für die Auswahl des passenden Fußteiles.

Bei einer Konfiguration mit dem Orthesen-Konfigurator erhalten Sie auf Basis der angegebenen Patientendaten eine Empfehlung für das Fußteil.

Hier kommen Sie zum Online-Tutorial für die Herstellung eines teilflexiblen Fußteiles.

 Biomechanische Grundlagen

Schritt 1/1

 Fußteil armieren

Schritt 1/16

Armieren Sie den Abrollbereich (siehe Pfeile) eines rigiden Fußteiles mit Carbonfaserband und mit Rand, um die Steifigkeit zu erhöhen und Bewegungen zu unterbinden.
Wichtig! Achten Sie bereits beim Armieren auf die Form des später verwendeten Schuhes, um das Fußteil optimal einzupassen. Besonders die Breite kann später kaum angepasst werden.
Hinweis: Sollte der Rand zu hoch sein, kann dieser nachträglich noch leicht bearbeitet werden.

Schritt 2/16

Zum Zuschneiden der einzelnen Gewebelagen (sowohl Carbon- als auch Aramidfaser) empfehlen wir eine elektrische Schere (z. B. Easy Cutter).
Hinweis: Verwenden Sie Klebstoff-Film ohne Träger, um die Schnittkanten zu fixieren, so können sie nicht ausfransen.

Schritt 3/16

Benetzen Sie einen Carbonfasergewebe-Zuschnitt sparsam mit Sprühkleber und bedecken damit die ganze Sohle. Armieren Sie anfangs nur die Sohle und die Seite des Fußteiles unterhalb der Gelenkaufnahme, um unnötig dicke Kanten zu vermeiden und eine hohe Steifigkeit zu erreichen.
Hinweis: Besprühen Sie immer nur den noch aufzuklebenden Zuschnitt mit Sprühkleber, nicht die bereits angebrachte Armierung.

Schritt 4/16

Lassen Sie den Bereich der Gelenkaufnahme frei.

Schritt 5/16

Verstärken Sie den Vorfußbereich mit unidirektionalem Carbonfaserband (z. B. 10 cm Breite). Armieren Sie immer bis zur vorderen Fußspitze. Stufen Sie zum Rückfußbereich hin ab, um einen gleichmäßigen Übergang zu erhalten. Beginnen Sie mit dem kürzesten Zuschnitt. Beachten Sie den Faserverlauf (siehe Pfeil).

Schritt 6/16

Armieren Sie für einen optimalen Faserverbund mit Carbonfasergewebe und unidirektionalem Carbonfaserband. Verwenden Sie so viele Lagen Carbonfasergewebe und -band wie Sie benötigen.

Schritt 7/16

Bringen Sie unidirektionales Carbonfaserband quer unterhalb der Gelenkaufnahme am Fußteil an. Beachten Sie den Faserverlauf (Pfeile).
Wichtig! Achten Sie stets darauf, die Fasern gestreckt zu verwenden!

Schritt 8/16

Armieren Sie mit unidirektionalem Carbonfaserband v-förmig. 

Schritt 9/16

Tragen Sie etwas Isolierwachs auf die Gewinde der Gelenkaufnahmen auf, um diese für die folgenden Arbeitsschritte luftdicht abzuschließen.

Schritt 10/16

Fixieren Sie das untere Ende des Carbonfaser-Flechtschlauches mit Sprühkleber an der Sohle des Fußteiles.

Schritt 11/16

Bringen Sie unidirektionales Carbonfaserband schräg unterhalb der Gelenkaufnahme am Fußteil an.

Schritt 12/16

Armieren Sie weiter mit Carbonfaserband.

Schritt 13/16

Bringen Sie dann Carbonfaserband direkt unterhalb der Gelenkaufnahme am Fußteil an.

Schritt 14/16

Armieren Sie weiter. Verwenden Sie so viele Lagen Carbonfasergewebe
und -band wie Sie benötigen.

Schritt 15/16

Bringen Sie eine abschließende Lage Carbonfasergewebe auf dem Fußteil an. Bedecken Sie den Montage-/Gießdummy dabei bis zur Hälfte.
Wichtig! Achten Sie darauf, die Fasern gestreckt zu verwenden!

Schritt 16/16

Ziehen Sie einen Dekostoff (2) oder einen PA-Armierungsstrumpf (für Carbonoptik) über das Modell (1), um die Armierungslagen zu fixieren. So lässt sich der PVA-Folienschlauch als Oberfolie (3) ganz einfach überziehen.
Hinweis: Wir empfehlen, 0,10 mm dicke Folie zu verwenden.

 Fußteil gießen

Schritt 1/3

Diese Arbeitstechnik ist speziell auf unser Epoxidharz und unseren Härter zugeschnitten.
Wichtig! Beachten Sie die Verarbeitungshinweise und das Sicherheitsdatenblatt zum Epoxidharz und Härter. Halten Sie das Mischungsverhältnis exakt ein und vermischen Sie Harz und Härter gründlich.

Schritt 2/3

Lassen Sie die Fasern beim Gießen gut durchtränken und reiben Sie überschüssiges Harz heraus. Pressen Sie das Fußteil aus, um den bestmöglichen Faservolumenanteil zu erreichen. Schützen Sie dabei die Folie mit einem Stück Polstermaterial und achten Sie darauf, die Form der modellierten Sprengung beizubehalten.
Hinweis: Nutzen Sie vorhandene Aufpressdummys.

Schritt 3/3

Lassen Sie das Modell über Nacht (mindestens 10 Stunden) unter Unterdruck bei Raumtemperatur stehen.
Wichtig! Beachten Sie auch hier die Verarbeitungshinweise zum Epoxidharz.

 Fußteil zuschneiden

Schritt 1/2

Sägen Sie mit einer oszillierenden Säge entlang der Schnittkanten, um die Orthesenteile vom Modell nehmen zu können. Auf der Abbildung sehen Sie das von uns empfohlene Sägeblatt. Damit können Sie sehr nah am Systemgelenk sägen, ohne es zu beschädigen.

Schritt 2/2

Entfernen Sie die nicht mehr benötigten Laminatteile. Danach können Sie die Orthesenteile vom Modell nehmen.

 Fußteil tempern und beschleifen

Schritt 1/3

Reinigen Sie alle Gelenkflächen sowie den Systemfußbügel, bevor Sie die Orthesenteile tempern. Erwärmen Sie vorhandene Wachsreste mit einem Föhn (1) und pusten Sie das flüssig gewordene Isolierwachs aus den Vertiefungen (2). Entfernen Sie Reste mit einem Tuch (3). Entfernen Sie auch den PVA-Folienschlauch.

Schritt 2/3

Tempern Sie die Orthesenteile, bevor Sie sie beschleifen. Legen Sie sie in den kalten Ofen und heizen Sie diesen langsam auf. Nach dem Tempern sind die Orthesenteile formstabil und lassen sich optimal bearbeiten.
Wichtig! Beachten Sie auch hier die Verarbeitungshinweise zum Epoxidharz.

Schritt 3/3

Beschleifen Sie die Kanten der Orthesenteile (z. B. mit einen Winkelschleifer). Vermeiden Sie jedoch unbedingt Sollbruchstellen im Metall!
Hinweis: Aramidfaser kann mit einer scharfen Schere bearbeitet werden.