Gießdummys NEURO MATIC/NEURO TRONIC

Gießdummys

für NEURO MATIC und NEURO TRONIC Systemkniegelenke

Bei der Herstellung einer Orthese mit dem automatischen Kniegelenksystem NEURO MATIC besteht die Möglichkeit, eine eventuelle Umrüstung auf ein NEURO TRONIC Kniegelenksystem vorzubereiten. Sogenannte Gießdummys dienen als Platzhalter für verschiedene Systembauteile. In diesem Online-Tutorial werden alle wichtigen Schritte zur Verwendung der Gießdummys aufgeführt. 

Ein Online-Tutorial zur kompletten Herstellung einer Orthese mit NEURO MATIC/NEURO TRONIC in Gelenk-Eingusstechnik finden Sie hier.

 Gießdummys anbringen

Schritt 1/5

Legen Sie sich für das NEURO MATIC Kniegelenksystem folgende Gießdummys (grün) bereit:

  • den Gießdummy für die Bowdenzugdurchführung und den Bowdenzugkanal.

Legen Sie sich für das NEURO TRONIC Kniegelenksystem folgende Gießdummys bereit:

  • den Gießdummy für die Steuereinheit und das Hubmagnetanschlusskabel (blau).
  • Für p-Motion zusätzlich die Platzierungshilfe für den Drucksensor, den Gießdummy für das Drucksensorkabel und den Gießdummy für die Drucksensor-Lötstelle (weiß).

Schritt 2/5

Bringen Sie die Dummys so wie gezeigt auf dem Polsterdummy an. Für NEURO MATIC den Gießdummy für die Bowdenzugdurchführung (grün) und den Bowdenzugkanal (ohne Abb.). Für NEURO TRONIC den Gießdummy für die Steuereinheit und den für das Hubmagnetanschlusskabel (blau) und für p-Motion den Gießdummy für das Drucksensorkabel (weiß) und den für die Drucksensor-Lötstelle (weiß). Berücksichtigen Sie, dass das Kabel zwar gelenknah geführt werden, aber später ausreichend Abstand zum hinteren Federkanal des Systemknöchelgelenkes haben muss.

Schritt 3/5

Legen Sie für p-Motion die Platzierungshilfe für den Drucksensor (weiß) auf einer ebenen Fläche am hinteren Bereich der Ferse des Fußteiles an. Wählen Sie eine Position, die einen späteren Anschluss an die Drucksensor-Lötstelle möglich macht. Markieren Sie die Position auf dem Fußteil. Entfernen Sie die Platzierungshilfe wieder.

Schritt 4/5

Wenn Sie sich alle Umrüstoptionen offenhalten möchten, bringen Sie alle Dummys an. Den Gießdummy für die Steuereinheit können Sie auch als Aufpressdummy verwenden, wenn Sie eine Orthese mit dem NEURO MATIC Systemkniegelenk bauen und dieses eventuell später auf ein NEURO TRONIC umrüsten möchten.

Schritt 5/5

Nutzen Sie das Aktivator-Spray als Grundierung und fixieren Sie die benötigten Dummys mit mittelviskosem Sekundenkleber auf dem Polsterdummy.
Hinweis: Beachten Sie das Sicherheitsdatenblatt bei der Verwendung von Sekundenkleber.

 Orthese armieren

Schritt 1/6

Isolieren Sie ggf. das Gipspositiv. Ziehen Sie dann einen PA-Armierungsstrumpf und einen PVA-Folienschlauch darüber, sodass sich alle aufgeklebten Dummys unter der Unterfolie befinden. Beginnen Sie mit der Armierung.

Schritt 2/6

Armieren Sie wie gewohnt bis zum Aufbringen des Systemstranges. Wenn Sie den Gießdummy für die Steuereinheit (blau) auf den Polsterdummy geklebt haben, achten Sie darauf, dass die Armierungslagen auch am Dummy eng anliegen und keine Falten werfen.

Schritt 3/6

Machen Sie bei einem NEURO MATIC Kniegelenksystem einen kleinen Einschnitt in die Armierungslagen beim Gießdummy für die Bowdenzugdurchführung (grün) in Richtung Gelenkaufnahme. Dabei darf die Unterfolie nicht beschädigt werden!

Schritt 4/6

Montieren Sie den Montage-/Gießdummy NEURO MATIC/NEURO TRONIC und stecken Sie beim NEURO MATIC Kniegelenksystem den mit Isolierwachs gefüllten Bowdenzugkanal (grün) in die im Montage-/Gießdummy dafür vorgesehene Öffnung. Wenn Sie den Bowdenzugkanal nicht nutzen, füllen Sie diese Öffnung mit Isolierwachs.

Schritt 5/6

Der Bowdenzugkanal für das NEURO MATIC Kniegelenksystem reicht nun durch die Armierungslagen an den Gießdummy für die Bowdenzugdurchführung heran. Armieren Sie weiter wie gewohnt. Decken Sie mit der letzten Lage alle Dummys ab (auch den Steuereinheitendummy).

Schritt 6/6

Laminieren Sie weiter wie gewohnt. Beachten Sie die Aushärtezeiten des Epoxidharzes.
Wichtig! Beachten Sie die Verarbeitungshinweise und das Sicherheitsdatenblatt zum Epoxidharz und Härter. Halten Sie das Mischungsverhältnis exakt ein und vermischen Sie Harz und Härter gründlich.

 Orthese zuschneiden

Schritt 1/3

Schneiden Sie die Systemgelenke wie gewohnt frei. Beim Montage-/Gießdummy NEURO MATIC/NEURO TRONIC ist ein Pfeil eingefräst, der anzeigt, wo Sie zum Heraushebeln des Montage-/Gießdummys ansetzen sollten.

Schritt 2/3

Sägen Sie die Orthesenschalen wie gewohnt zu.

Schritt 3/3

Nehmen Sie die Orthesenteile vom Modell. Dummys, die zu Beginn der Arbeitstechnik auf den Polsterdummy geklebten wurden, verbleiben auf dem Modell und dürfen nicht entfernt werden!

 Orthese tempern

Schritt 1/3

Reinigen Sie die Orthesenschalen und entfernen Sie die Folien. Tempern Sie die Orthesenteile anschließend wie gewohnt.
Wichtig! Beachten Sie auch hier die Verarbeitungshinweise zum Epoxidharz.

Schritt 2/3

Bei einem NEURO MATIC Kniegelenksystem benötigen Sie eine Öffnung für die Bowdenzughülle. Bohren Sie dazu von unten ein Loch, welches zu der durch den Dummy für die Bowdenzugdurchführung entstandenen Wölbung (grün) führt. Damit sich die Bowdenzughülle gut darin bewegen kann, entfernen Sie das Laminat an der Bohrung wie dargestellt.

Schritt 3/3

Entfernen Sie das Laminat oberhalb der durch den Gießdummy für die Steuereinheit entstandenen Wölbung (blau).

 Sensorplatzierung vorbereiten

Schritt 1/8

Die folgenden Bilder zeigen die Platzierung des Drucksensors bei Verwendung von p-Motion mit (links) und ohne (rechts) Höhenausgleich bei einem NEURO TRONIC Kniegelenksystem.

Schritt 2/8

Zeichnen Sie mithilfe der Platzierungshilfe für den Drucksensor die richtige Position des Sensors unter das Fußteil. Der Sensor sollte mittig im hinteren Drittel der Ferse liegen.
mit:
Berücksichtigen Sie eine mögliche Beinlängendifferenz durch einen geeigneten Höhenausgleich/eine geeignete Sohle.

Schritt 3/8

Bohren Sie ein 8 mm großes Loch in den lateralen äußeren Rand. Dieses Loch dient der Durchführung des Sensorkabels.

Schritt 4/8

mit: Bohren Sie den Bereich der Sensorfläche mit einem Forstnerbohrer (30 mm Durchmesser) aus.
ohne: Rauen Sie die Oberfläche im Bereich des Sensors an, damit der AGOMET® F330 besser haftet.
Hinweis: Beachten Sie das Sicherheitsdatenblatt  bei der Verwendung des Klebers AGOMET® F330.

Schritt 5/8

mit: Kleben Sie den Sensor nicht direkt auf das Sohlenaufbaumaterial. EVA-Material ist flexibel und würde minimale Bewegungen im Sensorbereich zulassen.
ohne: Mischen Sie den Kleber AGOMET® F330 mit dem Härterpulver (Verhältnis 100:3). Streichen Sie ihn auf die angeraute Fläche.

Schritt 6/8

mit: Füllen Sie den ausgebohrten Sensorbereich mit Spachtelmasse. Sparen Sie dabei die Bohrung für das Kabel aus (z. B. mit einem gefetteten Bohrerschaft).
ohne: Schaffen Sie durch Aufpressen eines geeigneten Materials, z. B. Polyethylen (PE), eine plane Fläche.
Wichtig! Entfernen Sie die Aufpresshilfe erst, wenn der Kleber vollständig ausgehärtet ist.

Schritt 7/8

mit: Beschleifen Sie die ausgehärtete Spachtelmasse, um sie zu begradigen. Achten Sie darauf, kein umliegendes Material abzutragen.
ohne: Bohren Sie das Loch ggf. noch einmal nach und markieren Sie die Stelle für die Sensorplatzierung erneut.

Schritt 8/8

mit: Die ausgehärtete Spachtelmasse dient nun als ebener Untergrund für das Anbringen des Drucksensors. Der Kanal für die Kabeldurchführung bleibt dank des verwendeten Platzhalters erhalten.
ohne: Beschleifen Sie den durch das Pressen entstandenen Rand. Achten Sie darauf, die plane Fläche nicht zu beschädigen.