Ergebnisanalyse inklusive Dokumentation

Nach der kompletten Fertigstellung wird die Orthese an den Patienten übergeben. Mit ihm zusammen wird bewertet, ob der Aufbau, die Funktion und der Komfort gewährleistet sind. Gegebenenfalls werden Anpassungen und Einstellungen vorgenommen.
Das Protokoll zur Überprüfung der Orthesenfunktion dient als Leitfaden und zur Dokumentation. Drucken Sie das Protokoll aus und nutzen Sie dieses bei der Anprobe der Orthese am Patienten. So können Sie zu jedem späteren Zeitpunkt Veränderungen nachvollziehen.

Kontrolle des Aufbaues auf der Werkbank

Schritt 1/7

Fußteil
Überprüfen Sie, ob die Länge des Fußteiles der Orthese der Innenlänge des Schuhes entspricht.

Schritt 2/7

Sprengung
Überprüfen Sie, ob die Sprengung von Fußteil und Schuh übereinstimmt.

Schritt 3/7

Spitzenhub
Überprüfen Sie, ob der Spitzenhub von Fußteil und Schuh übereinstimmt.

Schritt 4/7

Anschläge
Überprüfen Sie, ob die Anschläge aller Gelenke erreicht werden, wenn die Orthese im Schuh steht.

Schritt 5/7

Ideal des Lotes am Fuß
Überprüfen Sie in den folgenden Schritten die Lotlinie. Diese sollte in die vordere Hälfte der Unterstützungsfläche fallen. Die Unterstützungsfläche reicht vom Abrollbereich bis zum Fersenkipphebel.

Schritt 6/7

Ideal des Lotes am Fuß
AFO: Fällen Sie das Lot durch die Mitte des ap-Maßes am Knie. Die Lotlinie sollte in die vordere Hälfte der Unterstützungsfläche fallen, da anderenfalls eine Lastaufnahme auf der Orthesenseite nicht möglich ist.

Schritt 7/7

Ideal des Lotes am Fuß
KAFO: Fällen Sie das Lot durch den Trochanter major. Die Lotlinie sollte in die vordere Hälfte der Unterstützungsfläche fallen, da anderenfalls eine Lastaufnahme auf der Orthesenseite nicht möglich ist.

Kontrolle des Aufbaues am Patienten: Statisch

Schritt 1/13

Dorsalanschlag
Überprüfen Sie, ob laut Konfiguration ein Dorsalanschlag empfohlen wurde.

Schritt 2/13

Standanalyse
Erläutern Sie, ob und wie eine visuelle Standanalyse durchgeführt wurde und entscheiden Sie, ob die Überprüfung der Orthesenfunktion weiter fortgeführt werden kann.  

Schritt 3/13

Gewichtsverlagerung
Überprüfen Sie, ob die Gewichtsverlagerung von einem Bein auf das andere möglich ist. Ist das nicht der Fall, kann die dynamische Kontrolle nicht begonnen werden, da der Patient so nicht laufen kann.  

Schritt 4/13

Körperschwerpunkt
Für die folgenden Schritte müssen Sie wissen, wo der Körperschwerpunkt anzusetzen ist. Eine Druckmessplatte liefert ein exaktes Ergebnis. Haben Sie keine, können Sie davon ausgehen, dass sich der Körperschwerpunkt ungefähr unterhalb des Bauchnabels und von sagittal in der Mitte zwischen Bauchdecke und Rücken befindet. Hilfsmittel können in allen Fällen zum Stehen genutzt werden.

Schritt 5/13

Lotlinie
Fällen Sie ein Lot vom Körperschwerpunkt aus. Die Lotlinie muss in den abgebildeten Bereich fallen, damit der Patient sicher stehen kann. Ist dies der Fall, können Sie mit der Überprüfung fortfahren.

Schritt 6/13

Gelenkwinkel: < 90°
Überprüfen Sie, ob der Patient stehen kann und die Lotlinie in die vordere Hälfte der Unterstützungsfläche fällt. Überprüfen Sie dann die Winkel von Unterschenkel zu Boden und von Unterschenkel zu Oberschenkel. Ist der Unterschenkel-Boden-Winkel kleiner als 90°, vermerken Sie, welche der beiden abgebildeten Positionen vorliegt.

Schritt 7/13

Gelenkwinkel: = 90°
Ist der Unterschenkel-Boden-Winkel gleich 90°, vermerken Sie, welche der beiden abgebildeten Positionen vorliegt.

Schritt 8/13

Gelenkwinkel: > 90°
Ist der Unterschenkel-Boden-Winkel größer als 90°, vermerken Sie, welche der beiden abgebildeten Positionen vorliegt.

Schritt 9/13

Dorsalanschlag
Überprüfen Sie, ob der Dorsalanschlag erreicht wird (Ausnahme: Er wurde entfernt oder es handelt sich um eine KO).

Schritt 10/13

Extensionsanschlag
Ist auf Knieebene ein Gelenk bzw. zwei verbaut, so überprüfen Sie, ob der Extensionsanschlag erreicht wird. Bei zwei Gelenken müssen beide Extensionsanschläge erreicht werden, ohne eine Verwringung der Orthese zu verursachen.  

Schritt 11/13

Maximale Hebellängen
Überprüfen Sie, ob die maximalen Hebellängen erreicht wurden:

  • Unterschenkelschale bei AFO und KAFO: kurz unterhalb der Patella, so weit oben wie möglich
  • Oberschenkelschale bei einer KAFO: ca. zwei Fingerbreit unterhalb der Gesäßfalte

Schritt 12/13

Freiraum für Muskelaktivität
Überprüfen Sie, ob die funktionsfähige Muskulatur ausreichend Freiraum für Aktivität hat. Drücken Schalen oder Verschlüsse, so kann die Muskulatur sich nicht ausdehnen und ihre Funktionalität entfalten.

Schritt 13/13

Verschlüsse
Überprüfen Sie die Verschlüsse, während der Patient in seiner individuellen Grundstellung steht. Verschlüsse sollen verhindern, dass die Orthese beim Gehen verrutscht oder Schalen abklappen. Sie fixieren auch eventuell notwendige Deckel an Schalen. Verschlüsse können keine gleichmäßige Lastverteilung gewährleisten und sind deshalb nicht für eine Lastaufnahme geeignet.

Kontrolle des Aufbaues am Patienten: Dynamisch

Schritt 1/12

Führen Sie eine visuelle Ganganalyse durch und dokumentieren diese. Notieren Sie, falls Hilfsmittel hierfür verwendet wurden. Falls eine Ganganalyse nicht möglich ist, notieren Sie den Grund und kümmern sich um dessen Behebung. Beginnen Sie dann erneut mit der gesamten Überprüfung der Orthesenfunktion. Betrachten Sie für die dynamische Kontrolle immer mehrere Schrittabwicklungen.

Schritt 2/12

Belastungsdauer
Überprüfen Sie, ob die Belastungsdauer auf beiden Beinen gleich ist. Ist sie es nicht, sieht man ein Humpeln. Die Schrittlänge kann dabei durchaus gleich sein.

Schritt 3/12

Schrittlänge
Überprüfen Sie, ob die Schrittlänge von beiden Beinen gleich ist. Ist sie das nicht, ist die Schrittabwicklung auf einer Seite oft unvollständig.

Schritt 4/12

Kompensationsmechanismen
Bemerken Sie ein Herumführen des Beines oder ein Anheben auf der kontralateralen Seite, damit ein Durchschwingen möglich ist, so findet ein Kompensationsmechanismus statt. Notieren Sie, falls einer/mehrere vorhanden ist/sind.

Schritt 5/12

Initial contact: Fuß
Überprüfen Sie von der Seite, ob und wie häufig der Boden zuerst mit der Ferse berührt wird.

Schritt 6/12

Loading response: Fuß
Überprüfen Sie, ob und wie häufig eine (passive) Plantarflexion stattfindet.

Schritt 7/12

Mid stance: Fuß
Überprüfen Sie, ob und wie häufig der Fußkontakt vollständig ist.

Schritt 8/12

Mid stance: Knie
Überprüfen Sie, ob das Kniegelenk flektiert oder hyperextendiert ist. Ist es flektiert, so notieren Sie den Winkel.

Schritt 9/12

Late mid stance: Fuß
Überprüfen Sie, ob und wie häufig eine Dorsalextension stattfindet. Eine Dorsalextension kann nur dann stattfinden, wenn kein statischer Dorsalanschlag verbaut wurde.

Schritt 10/12

Late mid stance: Knie
Überprüfen Sie, ob das Kniegelenk flektiert oder hyperextendiert ist. Ist es flektiert, so notieren Sie den Winkel.

Schritt 11/12

Terminal stance: Fuß
Überprüfen Sie, ob und wie häufig sich die Ferse deutlich vom Boden hebt. Auch bei Patienten mit Höhenausgleichen und ohne Knöchelgelenke sollte sich die Ferse deutlich vom Boden heben.

Schritt 12/12

Initial swing: Knie
Überprüfen Sie, ob und wie häufig eine Flexionsbewegung im Kniegelenk stattfindet. Falls eine stattfindet, notieren Sie den Flexionswinkel.

Letzte Aktualisierung: 20.02.2020

 


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