Gelenkmontage Gesperrte Systemkniegelenke

am Beispiel NEURO FLEX MAX Sperrfunktion

In diesem Online-Tutorial wird die Gelenkmontage für gesperrte Systemkniegelenke am Beispiel des NEURO FLEX MAX mit Sperrfunktion gezeigt. Mithilfe der Sperrklinke und des Fixierstiftes kann das Systemgelenk auch permanent entsperrt werden. Der Patient kann so beispielsweise physiotherapeutische Übungen ausführen oder ungehindert Fahrrad- und Autofahren, ohne die Orthese abnehmen zu müssen.

Aufgrund der konstruktiven Unterschiede weist die Gelenkmontage des NEURO FLEX MAX einige wenige Abweichungen zur Gelenkmontage des NEURO LOCK und NEURO LOCK MAX auf.

In der Gebrauchsanweisung finden Sie alle wichtigen Informationen zu Sperrklinken, Extensionsanschlägen und Umrüstungsmöglichkeiten. Das NEURO FLEX MAX ist auch mit Rastensperrfunktion erhältlich. Sowohl mit Sperrfunktion als auch mit Rastensperrfunktion bietet dieses Systemkniegelenk durch Austauschen der Flexionsanschlagsscheibe und Deckplatte eine Alternativfunktion.

Gelenkmontage

Schritt 1/28

So setzt sich das NEURO FLEX MAX Systemkniegelenk mit Sperrfunktion zusammen.

Schritt 2/28

Das gesperrte Systemgelenk kann durch Austauschen von Systembauteilen zur Sperrung in unterschiedlichen Flexionsstellungen verwendet werden. Tauschen Sie dafür den Extensionsanschlag je nach gewünschter Extensionsstellung (Gradabstufung) aus.
Hinweis: Die Artikelnummern der Extensionsanschläge finden Sie in unserem Produktkatalog Systemgelenke und Systemgelenkschienen.

Schritt 3/28

Demontieren Sie das Systemgelenk. Fixieren Sie dafür die Sperrklinke (permanente Entsperrfunktion).

Schritt 4/28

Falls Sie den Extensionsanschlag demontieren müssen, schrauben Sie ihn mit der im Lieferumfang des Systemgelenkes enthaltenen Linsenschraube aus dem Gelenkoberteil. Ist er korrekt montiert und wollen Sie keinen anderen Extensionsanschlag nutzen, muss er nicht demontiert werden.

Schritt 5/28

Montieren Sie den Extensionsanschlag auf dem Gelenkoberteil.

Schritt 6/28

Möchten Sie den Extensionsanschlag austauschen, um einen anderen Flexionswinkel zu nutzen, muss dafür auch die Flexionsanschlagsscheibe eingefeilt werden. Demontieren Sie dafür die Flexionsanschlagsscheibe, indem Sie sie in einen Schraubstock spannen und behutsam vom Gelenkunterteil hebeln.
Hinweis: Verwenden Sie einen Schraubstock mit glatten Backen oder Schonbacken, um die Gelenkfunktion nicht zu beeinträchtigen.

Schritt 7/28

Auf der Flexionsanschlagsscheibe sind Hilfslinien aufgelasert, die als Orientierung für das Einfeilen des gewünschten Flexionswinkels dienen und so ein exaktes Einrasten der Sperrklinke an der Sperrfläche (R1) ermöglichen. Die Hilfslinien sind nicht gerade, sondern leicht gebogen! Verwenden Sie keine flache Feile und achten Sie auf einen sanften Übergang von Sperrfläche zu Sperrscheibe (R2).
Hinweis: Montieren Sie das Systemgelenk, um das korrekte Sperren zu überprüfen und den Flexionswinkel ggf. nachzubessern.

Schritt 8/28

Platzieren Sie die Flexionsanschlagsscheibe auf dem Gelenkunterteil und verpressen Sie beides in einem Schraubstock.

Schritt 9/28

Besprühen Sie die erste Gleitscheibe auf einer Seite mit Sprühkleber und kleben Sie sie in die Deckplatte. Fetten Sie die andere Seite der Gleitscheibe leicht mit Orthesengelenkfett.

Schritt 10/28

Montieren Sie die Druckfeder, indem Sie sie von unten in den Federkanal des Gelenkoberteiles schieben.

Schritt 11/28

Fetten Sie die Achsbohrung der Sperrklinke sowie die Reibflächen des Splintbolzens mit Orthesengelenkfett.

Schritt 12/28

Setzen Sie den Splintbolzen in die dafür vorgesehene Öffnung am Gelenkoberteil ein und achten Sie darauf, dass er richtig sitzt. Fixieren Sie ihn mit einem Finger. Montieren Sie die Sperrklinke.

Schritt 13/28

Positionieren Sie die Kugel und drücken Sie die Sperrklinke nach oben. Stecken Sie die Druckfeder und den Fixierstift zum Einstellen der permanenten Entsperrfunktion in die Sperrklinke.

Schritt 14/28

Drücken Sie den Fixierstift gegen die Federkraft in das Systemgelenk, bis er im Gelenkoberteil einrastet. Die Sperrklinke ist nun fixiert. Dies erleichtert die weitere Montage des Systemgelenkes.

Schritt 15/28

Fetten Sie die Achsbohrung der Gelenkachse sowie die Reibflächen des Splintbolzens mit Orthesengelenkfett.

Schritt 16/28

Setzen Sie den Splintbolzen der Gelenkachse in die dafür vorgesehene Öffnung am Gelenkoberteil ein und achten Sie darauf, dass er richtig sitzt. Fixieren Sie ihn mit einem Finger.

Schritt 17/28

Fetten Sie die zweite Gleitscheibe leicht mit Orthesengelenkfett.

Schritt 18/28

Während Sie weiterhin den Splintbolzen fixieren, setzen Sie die zweite Gleitscheibe auf das Gelenkoberteil und montieren das Gelenkunterteil.

Schritt 19/28

Montieren Sie die Deckplatte. Drehen Sie die erste Senkschraube (Achsschraube) und danach die zweite Senkschraube ein, während Sie weiterhin den Splintbolzen fixieren.
Hinweis: Angaben zum Drehmoment (Nm) finden Sie auf der Deckplatte des Systemgelenks oder in der Gebrauchsanweisung.

Schritt 20/28

Achten Sie darauf, die Gleitscheibe bei der Montage nicht zu beschädigen. Durch klemmende Gleitscheiben-Partikel kann seitliches Spiel im Systemgelenk entstehen.

Schritt 21/28

Überprüfen Sie, ob die Splintbolzen ganz in der Senkung sitzen.
Hinweis: Die Schrauben werden immer passend zum jeweiligen Systemgelenk mitgeliefert. Auch wenn die Schrauben nicht genauso lang sind wie das Gewinde der Splintbolzen, hat das keine Auswirkungen auf die Belastbarkeit des Systemgelenkes.

Schritt 22/28

Überprüfen Sie die Leichtgängigkeit. Bringen Sie das Systemgelenk in Extension. Prüfen Sie die Flexion, indem Sie die Orthese waagerecht halten und dann die Oberschenkelschale loslassen. Die Oberschenkelschale sollte bis zum maximal möglichen Flexionswinkel leichtgängig nach unten fallen.
Setzen Sie bei fehlender Leichtgängigkeit die nächstdünneren Gleitscheiben ein, wiederholen alle Schritte ab Schritt 10 und prüfen erneut.
Hinweis: Überprüfen Sie bei einer bilateralen Orthese immer nur ein Systemgelenk auf einmal.

Schritt 23/28

Überprüfen Sie das Systemgelenk auf seitliches Spiel. Fixieren Sie die Unterschenkelschale und versuchen Sie, die Oberschenkelschale in Richtung Varus-Valgus zu bewegen. Setzen Sie bei seitlichem Spiel die nächstdickeren Gleitscheiben ein, wiederholen alle Schritte ab Schritt 10 und prüfen erneut.

Schritt 24/28

Falls Sie ein Mitläufergelenk verwenden, kürzen Sie den Extensionsanschlagsdämpfer mit einem scharfen Messer, sodass die Systemgelenke gleichzeitig den Extensionsanschlag erreichen und die Sperrklinke ohne Schwierigkeiten einrastet.

Schritt 25/28

Bringen Sie das Systemgelenk so weit wie möglich in Extension. Lösen Sie dann die permanente Entsperrfunktion, indem Sie die Sperrklinke an das Gelenkoberteil drücken. Prüfen Sie, ob die Sperrklinke eingerastet ist. Fixieren Sie die Unterschenkelschale und versuchen Sie die Oberschenkelschale dagegen zu bewegen. Es sollte keine Bewegung im Systemgelenk stattfinden.
Hinweis: Beachten Sie die Angaben zu den Sperrklinken in der Gebrauchsanweisung.

Schritt 26/28

Falls Sie die mitgelieferte Sperrklinke durch eine andere ersetzen, wählen Sie die kleinstmögliche passende Sperrklinke. Da Sperrklinken Verschleißteile sind und sich abnutzen, können Sie dann bei Bedarf die nächstgrößere Sperrklinke einsetzen.

Schritt 27/28

Überprüfen Sie die Position der Sperrklinke. Die korrekte Position ist auf der linken Abbildung zu sehen. Sitzt die Sperrklinke nicht korrekt, tauschen Sie sie aus.

Schritt 28/28

Sichern Sie beide Schrauben mit LOCTITE® 243 mittelfest und dem der Systembreite entsprechenden Drehmoment. Lassen Sie den Kleber aushärten (nach ca. 24 Stunden endfest).
Hinweis: Beachten Sie das Sicherheitsdatenblatt bei der Verwendung von LOCTITE® 243 mittelfest.

Letzte Aktualisierung: 16.06.2020


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