Indikationen und Krankheitsbilder

Cerebralparese

Was ist Cerebralparese?

Cerebralparese (kurz CP) ist eine Sammelbezeichnung für Haltungs- und Bewegungsstörungen, welche die Folgen einer frühkindlichen Hirnschädigung sind. Weitere Begriffe sind unter anderem Zerebralparese, infantile Cerebralparese oder zerebrale Kinderlähmung. Cerebralparese ist dauerhaft, verändert sich aber mit Wachstum und Entwicklung des Kindes. Eine exakte Abgrenzung des Begriffes ist schwierig, da es kein allgemeingültiges Krankheitsbild gibt.

Wie äußert sich die Cerebralparese?

Das Hauptmerkmal der Cerebralparese ist die gestörte Motorik. Da Bereiche des Gehirnes geschädigt sind, welche die Bewegung steuern, können die Muskeln nicht abgestimmt zusammenarbeiten.
Betroffene zeigen unkontrollierte, krampfende, ruckartige oder unharmonische Bewegungen. Weiterhin können Störungen der Sensorik, Wahrnehmung, Kommunikation usw. auftreten.

Ursachen der Cerebralparese

Die Schädigungen treten während der Schwangerschaft, der Geburt oder innerhalb des ersten Lebensjahres auf. Erkrankungen der Mutter, Sauerstoffmangel bei der Geburt oder schwere Erkrankungen des Kindes während der ersten Lebensmonate können Ursachen sein.

Warum eine Orthese hilft

Patienten mit Cerebralparese haben ein krankhaftes (pathologisches) Gangbild. Muskelgruppen arbeiten nicht harmonisch, Lähmungen schränken die Bewegung ein. Die Orthese unterstützt beim Gehen und gibt Halt im Stehen. Je nach Anforderung und Einstellung hat eine Orthese folgende Wirkungsweisen:

  • Muskelaktivierung
  • Funktionsverbesserung
  • Stellungskorrektur
  • Fußanhebung
  • Regulierung der Muskelspannung (Muskeltonus)

Aufgrund des vielschichtigen Krankheitsbildes gibt es keine allgemeingültige Behandlung. Zudem befinden sich die meisten Patienten im Wachstum bzw. in der Entwicklung. Eine stetige Anpassung an die Gegebenheiten ist also nötig.
Arzt, Physiotherapeut und Orthopädietechniker haben ein gemeinsames Ziel, welches gemeinschaftlich verfolgt werden muss. Die Verknüpfung der verschiedenen Fachgebiete bietet gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie.

Versorgungskonzept Cerebralparese

Das CP-Handbuch „Ein Konzept zur orthetischen Versorgung der unteren Extremität bei Cerebralparese“ soll eine Brücke zwischen allen Beteiligten schlagen. Dazu gehören Patient und Angehörige wie auch Ärzte, Orthopädietechniker und Physio- bzw. Ergotherapeuten. Darin zu finden ist beispielweise ein Überblick zu den verschiedenen Gangtypen nach der Amsterdam Gait Classification. Zu den Gangtypen wird jeweils ein Versorgungsvorschlag aufgezeigt und dabei die Wirkungsweise der Orthese beschrieben.