Anwendergeschichten

Hanna mit KAFO

Anwendergeschichte von Hanna

trägt eine Orthese mit NEURO TRONIC Systemkniegelenk und NEURO SWING Systemknöchelgelenk

Steckbrief

  • 2006 geboren
  • spielt Faustball und reitet
  • erste Orthese mit drei Jahren

Totenköpfe, Piratenflagge und Glitzerstaub in pink. Diese Kombination traut sich nicht jeder zu tragen. Hanna schon. Für sie ist der Faktor Optik ein ganz anderer als für erwachsene Orthesenträger, die es lieber schlicht und unauffällig mögen.

Hanna ist elf Jahre alt und ein sportliches, aufgewecktes Mädchen. Ihr linkes Bein ist gelähmt und kürzer als das rechte. Seit sie drei Jahre alt ist, trägt sie eine Orthese, die sie dabei unterstützt, den Fuß anzuheben, ihr beim Gehen hilft und beim Stehen Sicherheit gibt. Hanna trägt eine Orthese mit dem automatischen Kniegelenksystem NEURO TRONIC.

Die Bewegungssensoren an der Orthese erkennen, ob Hanna stehen, gehen oder laufen möchte. Sie steuern das Kniegelenksystem während des Gehens und Laufens so, dass ihr Knie gesichert ist, kurz bevor ihr Fuß den Boden berührt und so lange gesichert bleibt, bis der Fuß sich vom Boden löst. Danach geben die Sensoren das Systemkniegelenk frei, sodass freies Durchschwingen und somit ein stolperfreies Gehen möglich ist. Wenn Hanna steht, bleibt das Systemkniegelenk gesichert. Trotz oder vielleicht wegen ihres jungen Alters kommt sie mit der Technik sehr gut zurecht. Sie weiß genau, wann sie die unterschiedlichen Modi Auto, Free und Lock, am besten verwendet. Ihre Fernbedienung hat sie immer dabei.

Jeden Morgen fährt Hanna zusammen mit ihrem Bruder mit dem Schulbus. Die Stufe in den Bus hinein bewältigt sie problemlos. Wenn sie läuft, verwendet Hanna den Auto-Modus. Mithilfe des Bewegungssensors sperrt das Systemgelenk, wenn es nötig ist und gibt die Bewegung frei, sobald es erforderlich ist. An ihrem Platz im Klassenraum angekommen, schaltet Hanna das Gelenk in den Free-Modus, damit sie ihr Knie beugen und sich setzen kann. Der Sportunterricht gestaltet sich für Hanna wie für alle anderen Kinder auch. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen es eine alternative Übung für Hanna gibt. Nach der Schule trifft Hanna sich mit Freunden, geht mit dem Familienhund Berti Gassi oder widmet sich einem ihrer Hobbys.

Einmal in der Woche geht Hanna zum Faustballtraining. Beim Faustball hat jeder Spieler seine eigene, feste Position, bei der er den Spielraum so gut es geht abdeckt. Und natürlich müssen die Bälle abgewehrt und in das gegnerische Feld bugsiert werden. In ihrer Mannschaft ist Hanna eine beliebte Spielerin. Ein weiteres Hobby von Hanna ist das Reiten. Zum eigentlichen "auf dem Pferd sein" gehören auch Ausmisten, Putzen, Füttern und Führen. All das meistert Hanna mithilfe ihrer Orthese. Ihr Lieblingspferd, der Isländer Draki, interessiert sich nicht sonderlich für Hannas Bein. Für ihn zählen die Gesten, kleinen Hilfen und ihre Stimme.

Lernt man Hanna kennen, merkt man, dass sie ein gutes Körpergefühl hat. Mit ihren Freundinnen teilt sie Videos über eine beliebte Musik-App, bei der man zu bekannten Songs tanzt. Aber auch ihre sportlichen Hobbys und die Physiotherapie unterstützen Hanna dabei, ihren Körper zu trainieren und gut einschätzen zu können. Mit der Orthese kann Hanna ihren Alltag eigenständig gestalten. Sie gibt ihr Sicherheit und unterstützt sie bei all ihren Vorhaben. Und davon hat Hanna noch viele.